„Da geht es um jeden Millimeter.“
Vollständiges Transkript anzeigen
Christoph Pessl, Experte und Trainer von Maler Luca Ladler
Frage: Christoph, du bist der Experte bei den Malern und sozusagen der Trainer von Luca Ladler. Wie geht es Luca an Tag drei?
Christoph Pessl: Ich sage, Luca ist gut in der Zeit. Er hat die ersten zwei Tage gut überstanden. Am dritten Tag sind die Tür, die Schrift und die freie Technik fertigzumachen. Dann bleibt morgen früh eigentlich nur noch das Design übrig. Wenn die ganzen Sachen abgehakt sind, tut man sich als Teilnehmer leichter, weil man sich nur mehr auf eines konzentriert. Da fällt einem dann schon ein großer Stein vom Herzen.
Frage: Was hat er heute alles zu tun?
Christoph Pessl: Heute muss er schauen, dass er die Tür fertig lackiert: innen spritzen, außen mit der Hand lackieren und die Leiste mit dem Pinsel streichen. Dann müssen heute auch die freie Technik und die Schrift beim Design fertig werden.
Frage: Da geht es wirklich um jeden Zehntelmillimeter und jede Sekunde. Der Zeitdruck ist groß, oder?
Christoph Pessl: Ja, der gesamte Wettbewerb ist auf 21 Stunden aufgebaut. Und wie du richtig sagst: Da geht es um jeden Millimeter. Bei den Maßpunkten gibt es zum Beispiel eine Toleranz von einem Millimeter. Da wird sehr streng bewertet. Auch den richtigen Farbton zu mischen, muss man gut beherrschen, damit das funktioniert.
Frage: Bald startet der Finaltag. Dann kommen wieder einige Hundert Österreicher, es herrscht eine richtig coole Stimmung mit Fahnen und allem Drum und Dran. Wie geht es dir als ehemaligem Weltmeister damit, nicht über die Bande zu springen und Luca zu helfen?
Christoph Pessl: Mir geht es richtig gut damit, dass ich nicht helfen muss. Ich glaube, darüber ist auch er froh. Aber wenn der letzte Tag kommt und die letzten Sekunden der Wettbewerbszeit herunterlaufen, steigt einem selbst die Gänsehaut auf. Dann kommen die Emotionen wieder hoch und man erinnert sich daran, was man selbst erlebt hat. Es ist immer ein ganz besonderer Moment, wenn der Wettbewerb vorbei ist.
Frage: Familie, Freunde und viele Bekannte drücken Luca die Daumen. Was braucht er in seinen letzten Stunden noch aus Österreich?
Christoph Pessl: Das ist eine schwierige Frage. Er muss einfach schauen, dass er in den letzten drei Stunden, die er morgen noch hat, sauber, fleißig und behutsam weiterarbeitet und die Nerven behält. Dann glaube ich, passt es.
Frage: Was traust du ihm zu?