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O-Ton von Simon Weiß

Veröffentlicht am 25. September 2026, 15:24 Uhr

Aufgenommen während der WorldSkills 2026 in Shanghai · Wettkampftag 3

Gartengestalter:in
Team Austria 4251 Sandl · Oberösterreich Lagerhaus Freistadt
„Sobald du im Bewerb bist, hast du Adrenalin, bist im Flow – da ist dir alles wurscht. Da werkst du einfach.“
Aus dem Transkript: Simon Weiß und Marcel Ortner – Gartengestaltung, Team Austria WorldSkills 2026 in Shanghai, Wettkampftag 3 Frage: Ihr beide kommt direkt von der Gartengestaltung. Der Schweiß steht euch auf der Stirn, oder? Antwort: Ja, auf jeden Fall. Die letzte Stu…
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Simon Weiß und Marcel Ortner – Gartengestaltung, Team Austria
WorldSkills 2026 in Shanghai, Wettkampftag 3

Frage: Ihr beide kommt direkt von der Gartengestaltung. Der Schweiß steht euch auf der Stirn, oder?

Antwort: Ja, auf jeden Fall. Die letzte Stunde ist immer die stressigste Stunde. Du musst etwas fertig machen, ein Zeitlimit einhalten – und der Schweiß steht uns nachher schon auf der Stirn.

Frage: Seid ihr zufrieden mit dem, was ihr gebaut habt?

Antwort: Wir haben uns bei der Bewässerung ein bisschen verschätzt. Wir haben gedacht, das geht ganz einfach und funktioniert sofort. Dann waren noch Düsen aufzuschrauben, von denen wir vorher nicht gewusst haben. Das mussten wir selbst herausfinden. Ich bin gespannt, wie es die anderen gelöst haben, aber bei uns funktioniert es jetzt.

Frage: Es schaut jedenfalls gut aus. Wenn man zu den Konkurrenten blickt, kann sich euer Garten sehen lassen.

Antwort: Das passt schon. Wir haben uns am Anfang gesagt, dass zuerst die Maße stimmen müssen, und haben uns dafür bewusst ein bisschen mehr Zeit gelassen. Das war gut, weil am Schluss alle nervös werden und schnell arbeiten. Aber am Anfang muss man alles genau ausmessen – und das muss einfach passen.

Wir dürfen uns nicht zu sicher fühlen, weil die Konkurrenz stark ist. Wir schauen einfach, dass wir das Beste aus unserem Garten machen. Mehr kann man ohnehin nicht tun.

Frage: Ihr seid richtig gut drauf, obwohl es am ersten Tag noch etwas gehakt hat.

Antwort: Wir haben uns drei Tage vor dem Bewerb durch die Klimaanlage in Shanghai verkühlt. Das ist eine Katastrophe: drinnen wird stark gekühlt und draußen hat es wieder 35 Grad. Simon hat es einen Tag vorher erwischt und war am ersten Tag noch ordentlich verschnupft. Wir haben den ersten Tag aber gut weggesteckt, dann gute Tabletten vom Doktor bekommen und weitergemacht. Ein paar Anfangsschwierigkeiten waren dabei, aber da ist es eigentlich keinem richtig gut gegangen. Jetzt schauen wir, dass wir das Beste daraus machen.

Simon hat sich wirklich durchgebissen, obwohl er angeschlagen war. Das musst du bei so etwas wegstecken. Das erlebst du nur einmal im Leben, da musst du dabeibleiben. Sobald du im Bewerb bist, ist es ohnehin weg. In der Nacht kommt es wieder zurück, aber während des Bewerbs hast du Adrenalin, bist im Stress und im Flow – da ist dir alles wurscht. Da kannst du krank sein, da werkst du einfach.

Frage: Ihr habt auch Energie und Rückhalt von den Fans bekommen.

Antwort: Gestern waren unsere Firmen da – bei Simon der Julian, bei Marcel der Jakob – und auch Angehörige. Das ist eine riesige Freude, wenn sie uns besuchen, zuschauen und anfeuern. Am Anfang denkst du: Jetzt ist jemand da, jetzt muss ich mich zusammenreißen. Aber das blendest du schnell aus. Wenn sie dann länger dastehen, bekommst du am Schluss einen richtigen Motivationsschub.

Frage: Der Finaltag steht vor der Tür. Woher nehmt ihr noch einmal die Energie, um alles abzurufen?

Antwort: Wir werden das schaffen. Morgen müssen wir in der Früh richtig Gas geben. Die baulichen Arbeiten haben wir bis auf den Teich fast erledigt. Wir schauen, dass wir gut schlafen und morgen früh sofort wegstarten. Vielleicht kommt noch jemand vorbei, der uns zusätzlich Energie gibt. Aber wir werden es schon hinbringen.

Frage: Morgen wird noch einmal viel Holz geschnitten. Ihr seid Gartengestalter, habt aber fast eine Zimmererarbeit dabei.

Antwort: Grundsätzlich schon. Die Brücke ist anspruchsvoll: Sie hat einen Radius, ist gebogen und aus mehreren Teilen zusammengesteckt. Dazu kommt ein Geländer, das die richtige Höhe haben muss. Das ist fast eine Zimmererarbeit. Aber Gartengestaltung ist ein echter Allrounder-Beruf. Wir hängen außerdem Laternen auf und verlegen Fliesen – also machen wir wirklich Dinge, die sonst kaum jemand in einem einzigen Beruf vereint.

Frage: Grüßt zum Abschluss noch Oberösterreich.

Antwort: Guten Morgen, Oberösterreich! Wir sind Simon Weiß und Marcel Ortner, Gartengestalter bei den WorldSkills in Shanghai. Wir haben den vorletzten Wettbewerbstag hinter uns. Morgen ist Finaltag – bitte drückt uns noch einmal die Daumen!